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Was ist Beachtennis?

Beachtennis wurde vermutlich das erste Mal 1988 als Turnier mit Tennisschlägern und einem 180 Zentimeter hohen Netz am Strand von Grado/Italien gespielt. Eine Gruppe von Münchner Sportlehrern spielte dabei mit ihren italienischen Kollegen von der Universität Triest ein Turnier auf dem damals einzigen Beachplatz am Strand von Grado-Pineta. Dieses Turnier wiederholte sich jedes Jahr am gleichen Ort bis 1998.

Holz und Plastikbretter

Beachtennis an der Adriaküste

Beachtennis - An der Adriaküste schon seit Jahren ein Highlight

Das im Herbst 1998 erstmals in Landshut präsentierte Beachtennis geht auf Studien der beiden Sportpädagogen Adi Luger, Sparkassenakademie Landshut, und Dr. Eberhard Mensing, Sportwissenschaftliche Fakultät der TU München, zurück. Parallel zur Entwicklung in Deutschland trieb Dr. Gianni Bellettini das Spiel mit den Holz- bzw. Plastikbrettern in Italien weiter voran. Beide Spielarten entwickelten sich, ohne Kontakte zueinander, unabhängig, stehen aber heute in enger Wechselbeziehung. Der im Juli 2007 gegründete Deutsche Beach-Tennis-Verband e. V. widmet sich primär diesen beiden Varianten des Tennisspiels. Beide Spielarten stehen heute gleichberechtigt nebeneinander.

Methodikbälle kommen zum Einsatz

Angesichts der rasanten Entwicklung im Beach-Volleyball lag der Gedanke nahe, ein tennisähnliches Spiel vom Holz- oder Plastikschläger - wie am Meer üblich - unabhängig zu machen und mit Hilfe eines geeigneten Regelwerks für den Tennisspieler attraktiv zu gestalten.

Luisa Dafertshofer und Timo Fleischfresser bei den deutschen Meisterschaften 2006 im Fildorado

Luisa Dafertshofer und Timo Fleischfresser bei den deutschen Meisterschaften 2006 im Fildorado

Die Studie bezog sich dann hauptsächlich darauf, die Feldgröße und Netzhöhe auf den Tennisschläger und seine Einsatzmöglichkeiten abzustimmen. Das von Dr. Mensing geschaffene Regelwerk hat sich in unveränderter Form bis heute erhalten. Die Tennisregeln dienten als Grundlage. So darf - soweit das möglich ist - der Ball auch beim Beachtennis einmal springen. Als Spielbälle kommen die sogenannten Methodikbälle, das sind die im Anfängerunterricht eingesetzten weicheren Tennisbälle, zum Einsatz. Sie gibt es in verschiedenen Varianten und sie werden vom jeweiligen Turnierveranstalter bestimmt. Bei starkem Wind kann auch mit normalen Tennisbällen gespielt werden, um die Ablenkung durch den Wind zu minimieren.

Unterschiede zu den Tennisregeln

Unterschiedlich zu den offiziellen Tennisregeln des DTB sind einmal die Aufschlagregel und die Zählweisen. Alles andere blieb unverändert.

Beim Aufschlag ist nur ein Versuch erlaubt und der Ball muss von einer beliebigen Position der eigenen Grundlinie ins Spiel gebracht werden. Als Aufschlagfeld dient das gesamte gegnerische Feld, das heißt, es kann immer auf den gleichen Gegenspieler aufgeschlagen werden. Beim Aufschlag muss der Ball aufsteigend, also von unten gespielt werden.

Die Zählweise bedient sich der sogenannten No-Ad-Regel: es gibt nur einmal Einstand; der nächste Punkt dient der Spielentscheidung.

Gesundheitliche und Breitensportliche Gründe

Fast zehn Jahre später kann man von einem geglückten Experiment sprechen; das Spiel mit dem Tennisschläger hat sich inzwischen weltweit verbreitet. Heute spielt man mit dem normalen Tennisschläger auf das neun mal neun Meter Feld mit einer Netzhöhe von 1,60 Meter und mit den sogenannten Beachschlägern auf das acht mal acht Meter Feld bei einer Netzhöhe von 1,70 Metern; bei zweitgenanntem ist auch der Aufschlag von oben erlaubt.

Weltmeister Alex Mingozzi bei den internationalen Titelkämpfen 2007 in Marina di Ravenna/Italien

Weltmeister Alex Mingozzi bei den internationalen Titelkämpfen 2007 in Marina di Ravenna/Italien

Aus gesundheitlichen und breitensportlichen Gründen bot der DTB 1999 das Spiel primär Senioren an; es wurde auch erfolgreich angenommen. Doch drängte sofort die Jugend dahin. Beachtennis überschritt sehr schnell die breitensportliche Hürde und wurde Leistungssport. Bereits 2002 trugen sich in die Siegerlisten in Filderstadt die Spielerinnen und Spieler der 1. und 2. Tennis-Bundesliga ein. Dennoch blieb der breitensportliche Modus in der Durchführung der Turniere mit Gruppenspielen bis heute erhalten. 2001 fanden die ersten deutschen Meisterschaften, 2003 die ersten Europameisterschaften statt. 2008 werden die 1. deutschen Meisterschaften mit Paddle-Schlägern in der Beach-Halle "beach 38°" in München ausgetragen.

Der große Reiz des Spiels liegt unbestritten in der dem Badminton sehr nahestehenden Taktik. Zu den Hebern, Stechern, Lobs und Stopps kommen die besonders spektakulären gehechteten Schläge. Durch letztere ist das Spiel für Jugendliche eine besondere Attraktion: sie können sich dabei voll austoben.

Viele Tennisklubs haben in den vergangenen Jahren Möglichkeiten zum Beachtennis erschlossen; die Trainer haben diesen Trend zum Teil bereits erkannt und bieten vor allem im Kinder- und Jugendbereich Beachtennis-Kurse erfolgreich an. Diesem Trend folgen in zunehmendem Maße auch die bayerischen Schulen. Allein im Fachbereich Sportpädagogik haben allein in den vergangenen drei Jahren rund zehn Studierende ihre Studien-, Zulassungs- oder Diplomarbeiten mit empirischen Erhebungen und didaktischen Modellen über diese Themen geschrieben. Den ersten Fortbildungslehrgang des BSLV in Würzburg besuchten 1999 über 60 Sportpädagogen.

 

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